Werke
Meine Lebensorte spielen eine wichtige Rolle in meinem künstlerischen Werk. Hierbei lasse ich mich vom Ort und seinen Besonderheiten inspirieren. So entstehen mit diversen, für mich inhaltlich relevanten Materialien Objekte und Installationen.
> Inspirationsraum Künstlerkolonie Schwalenberg











Die Ruhe wird besonders deutlich in der Schneelandschaft. Schnee lässt einen die Umgebung auf eine ganz neue Art wahrnehmen. Wie eine homogene Fläche lässt der Schnee Grenzen verschwinden. Weiß bedeckt viele Teile der Landschaft, wodurch Formverwandtschaften sichtbar werden, unscheinbare Formen hervortreten und neue Akzente gesetzt werden. Das Weiß reflektiert das Licht intensiver, lässt die Erde leuchten und erhellt die dunkle Jahreszeit. Lauscht man in die Landschaft hinein, erscheinen bekannte Geräusche gedämpft und neue werden hörbar wie das Knistern des Schnees beim Gehen.




> Inspirationsraum Tagebau Garzweiler II






Aufgewachsen am Niederrhein im geplanten Tagebaugebiet Garzweiler II war der drohende Verlust der Heimat durch die größten Bagger der Welt immer präsent. Zur Braunkohlegewinnung werden im Westen Deutschlands seit Jahrzehnten riesige tiefe Gruben in die Erde gegraben, die wie große Wunden in der Landschaft offen liegen. Eine Wüstenlandschaft in den unterschiedlichsten Erdtönen wird sichtbar, da viele Erdschichten offengelegt werden, um an die Braunkohle zu gelangen, die unseren großen Energiehunger stillen soll. Durch die Umsiedlung der Dörfer entstehen verlassene Geisterorte, die kaum noch an die ursprüngliche Umgebung erinnern. Lost Places – was sich so interessant anhört, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass vielen die Heimat genommen wird, mitten in Deutschland.


> Rauminstallationen zum Künstler Art Obbelode
Der Schwalenberger Künstler Art Obbelode (1937 – 2021) machte den Kunstverein Schieder-Schwalenberg e.V. 2022 zu seinem Erben und hinterließ ein umfangreiches Werk von Malereien, Skulpturen, Zeichnungen sowie Papp- und Holzobjekten, die zwischen Schmidt-Rottluff, Arp und Vasareli einzuordnen sind. Der Kunstverein nahm das Erbe an, um die Erinnerung an den Künstler zu bewahren und die Vernichtung seines Werkes zu verhindern. Ich studierte das Leben von Art Obbelode anhand allem, was er hinterlassen hatte, und machte in zwei Rauminstallationen (2023 und 2024) das Leben und Werk des Künstlers sichtbar. Die Installationen waren zugleich Ausstellungsraum, Archiv/Lager, Studier- und Forscherraum.

Die Rauminstallationen 2023 machte das Leben eines Künstlers sichtbar, der kaum auf dem Kunstmarkt zu finden war, jedoch seine Lebenszeit völlig der Kunst gewidmet hatte. Für die Installation orientierte ich mich zum einen an der Situation, wie ich sie beim Betreten seiner Lebens-, Arbeits- und Archivräume vorgefunden habe. Zum anderen erforschte ich seine Texte, Fotos und Kunstwerke. Dabei ergaben sich u.a. viele Fragen an Art Obbelode, die in die Installation mit einflossen und interaktiv vom Besucher mitbeantwortet werden konnten.

Wie es wirken kann, wenn sich Arbeit und Privatleben auf kleinem Raum vermischen, dem ging ich in der neue Rauminstallation 2024 nach. Ein Blick in das Leben des Künstlers, der in Schwalenberg die letzten Jahre auf 72 qm sowohl gelebt, als auch gearbeitet hat. Ich zeigte weitere Werke seines Schaffens – wie Objekte, Skupturen und Malereien – und Bezüge zu Obbelodes Inspirationsquellen. Kleine Collagen Obbelodes wandelte ich in große Objekte um, so dass sie für jeden sichtbar wurden.
> weitere Werke



Foto „Heckenecke“: Wolfgang G. Müller
Fotos „Fachwerk“, „Die hängenden Gärten von Schwalenberg“, „Behind her back“ und „Archiv eines Zustand“: KRAUTin-Verlag/Martin Zellerhoff
Foto „ART Obbelode – ein Künstlerleben“: Sabine Timmer
